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Reallabor Hagenmarkt - Motherboard

Bild: © Alexa Kreissl

Wie kann partizipativ unter Verwendung verfügbaren Ressourcen ein temporärer urbaner Garten mit erhöhter Aufenthaltsqualität entstehen?

Dieser Frage gingen die Architekturstudierenden in Gestalten 2 am IAK nach und zogen während der Semesterferien im Lockdown Nutzpflanzen aus Samen auf, die mit Beginn der Präsenzlehre in Jutesäcken auf den Hagenmarkt gebracht wurden. Hier wuchs in den folgenden Monaten Gemüse heran, das durch die beratende Begleitung von Gärtnermeister Burkhard Bohne und mit tatkräftiger Unterstützung der Bürger*innen, bald die ersten Früchte trug.

Gleichzeitig entwarfen die Studierenden modulares Stadtmobiliar aus wasserfesten Schalungsplatten, Kantholz und Spanngurten, um weitere Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsorte auf dem Platz zu schaffen. Schon bald wurden diese von Passant*innen zum Verweilen genutzt.

Im Sinne der nachhaltigen Ressourcennutzung konnte dieses Projekt mit geringen monetären Mitteln in Partizipation vieler Stakeholder realisiert werden.

Zum Einsatz für die Bepflanzung kamen Mutterboden als kostenloser Aushub, Biokompost, ehemalige Kaffeesäcke der Rösterei Heimbs und Rohwolle als Drainage und Düngung. Die Materialien für das Mobiliar wurden im bestehenden Handelsformat im Ganzen ohne Zuschnitt verbaut und stehen so folgenden Semestern als Baukasten langfristig zur Verfügung.

Die temporäre Umgestaltung wurde von den Anwohner*innen und Passant*innen während des Semesters hauptsächlich positiv aufgenommen, Pflanzenpartnerschaften entstanden und reife Früchte wurden geerntet. Das Mobiliar hat den Anforderungen des öffentlichen Raumes, der steten Benutzung und den Wettereinflüssen standgehalten und ist weiterhin einsatzbereit.

Mit dem Ende des Semesters und der Übergabe des Möglichkeitsraumes an die Bürger*innen und Stadt werden viele Fragen aufgeworfen, nicht zuletzt die, wer nun die Verantwortung übernimmt und ob das Temporäre partizipativ in etwas Permanentes überführt werden sollte. Es wäre wünschenswert, dass die nun erneut auszuschreibende Umgestaltung diese Erfahrungen berücksichtigt und zukünftig die TU in die Konzeption urbaner Transformationsprozesse einbezieht.